Unter einer Restriktionsanalyse
versteht man in den Wirtschaftswissenschaften ein Verfahren, welches
der Unterstützung der Entscheidungsfindung bei
Mehrzielentscheidungen dient. Unter einer Mehrzielentscheidung wird
hierbei ein Zielsystem mit zwei oder mehreren Zielen verstanden. Aus
mehreren Entscheidungsalternativen wird mittels restriktiver
Verschärfung der Anforderungen an die einzelnen Teilziele eine
oder eine kleine Anzahl von empfehlenswerten Handlungsalternativen
herausgearbeitet. Bei mehreren Unternehmenszielen, welche sich
oftmals einander entgegenstehen können, verdeutlicht die
Restriktionsanalyse, welche der verschiedenen
Entscheidungsalternativen am vorteilhaftesten sind. Ausgehend von
einer begrenzten Anzahl von Zielalternativen kristallisiert eine
grobe Restriktionsanalyse maximal sieben verbleibende Alternativen
heraus. Bei feinerer Anwendung kann mit ihr sogar nur eine einzige
verbleibende Alternative selektiert werden. Über die reine
Entscheidungsunterstützung hinaus verfolgt die
Restriktionsanalyse auch einen visualisierenden Effekt: da die
Restriktionen in Beziehung zu den zuvor definierten Zielen gesetzt
werden, zeigt sie eine mögliche Gefährdung der
Zielerreichung auf und dient somit auch als Basis für die
Risikoanalyse.
Vorgehen bei einer Restriktionsanalyse:
Verschärfung der Anforderungen
Durchgehend werden sukzessiv die
Anforderungen an die Teilziele immer weiter verschärft bis
einzelne Handlungsalternativen jeweils ausscheiden. Den einzelnen
Varianten werden dabei immer schärfere Restriktionen
(Beschränkungen) auferlegt, die ab einem gewissen Punkt zum
Ausscheiden führen; daher auch der Begriff Restriktionsanalyse.
Folgende Vorgehensweise wird für
eine Restriktionsanalyse empfohlen:
Bestimmen der minimal
notwendigen Ausprägungen, jeweils für jede mögliche
Entscheidungsalternative. Nicht gangbare Alternativen scheiden
hier bereits aus. Für die Greifbarmachung der jeweiligen
Ausprägungen sind sowohl etwa ein Punktesystem oder auch ein
Festlegen bestimmter quantitativer Werte möglich. Kritik:
Hier können sich bereits subjektive, die Gesamtentscheidung
verfälschende Einschätzungen einschleichen.
Nun kommt der Hauptvorgang, die
restriktive Verschärfung der jeweiligen Anspruchsniveaus
an die Teilziele sowie
Auswahl der in die nächste Runde kommenden Alternativen.
Damit die Restriktionsanalyse übersichtlich bleibt, empfiehlt
es sich nach dieser ersten Runde bereits maximal sieben
Entscheidungsalternativen herausgebildet haben.
Erneute
Verschärfung der Anforderungen an die verbliebenen
alternativen Zielstellungen. Dadurch scheiden so viele weitere
Alternativen aus bis eine bzw. mehrere Entscheidungsalternativen
verbleiben.
Einordnung, Vergleich und Bewertung
Ähnlich wie die
Entscheidungsmatrix, die Nutzwertanalyse oder auch die
Entscheidungstabelle hilft auch die Restriktionsanalyse bei der
Entscheidungsfindung. Jedoch evaluieren die anderen Verfahren die
Handlungsalternativen mittels klarer Kriterien. Bei der
Restriktionsanalyse lässt sich (ganz im Gegensatz zur
Nutzwertanalyse) kein allgemeines Gesamtkriterium herausarbeiten,
welches die gesamte Entscheidungsfindung bestimmt. Eine
Restriktionsanalyse führt nicht automatisch zu einem Optimum bei
Mehrzielentscheidungen, wie dies bei der Nutzwertanalyse oftmals
angestrebt wird. Sie ist ein heuristisches Verfahren.
Die Restriktionsanalyse an sich hat
überwiegend ergänzende Bedeutung für die bereits
bestehenden Entscheidungsfindungsinstrumente. Sie konkurriert mit der
Nutzwertanalyse und der klassischen Entscheidungsanalyse. In der
Unternehmenspraxis haben sich insbesondere die Nutzwertanalyse, die
Entscheidungsmatrix und Entscheidungstabellen durchgesetzt. Diese
haben einen zugänglicheren Aufbau und klarer abgegrenzte Regeln
zur Durchführung.
Der Begriff hat in der Chemie,
Biologie, Gentechnik und Biochemie eine vollkommen andere Bedeutung
als im wirtschaftlichen Kontext.
Kontextuelle Begriffe:
Entscheidungsverfahren, Nutzwertanalyse, Entscheidungsmatrix,
Entscheidungstabelle, Entscheidungsmatrizen, Entscheidungsanalyse.
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