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Derivate

Finanzderivate sind Geldanlageformen, die ursprünglich der Absicherung von »echten« Geschäften, z. B. beim Warenexport der Sicherung gegenüber Währungsrisiken, dienten. Heute versteht man darunter Anlageformen, die auf den traditionellen Geldanlagen, wie festverzinsliche Papiere, Renten (Rentenpapiere) oder Devisen, aufbauen. Durch den Erwerb eines derartigen »Derivates« erwirbt der Inhaber das Recht, nicht aber die Verpflichtung, eines der o. a. ursprünglichen Anlageinstrumente in der Zukunft zu einem allerdings bereits heute festgelegten Preis zu erwerben. Optionen berechtigen zum Kauf von Aktien, Rentenpapieren oder Devisen zu einem vorher festgelegten Preis oder zu einem vorher festgelegten Termin. Swaps basieren auf Wechselkursänderungen oder Zinsniveaubewegungen.

Die Behandlung derivativer Finanzinstrumente („derivates“) fällt in den Regelungsbereich des IAS 39. Ein Finanzinstrument wird als derivativ definiert, wenn dessen Wert infolge eines genannten Zinssatzes, eines Wertpapierkurses, eines Rohstoffpreises, eines Wechselkurses, eines Preis- oder Zinsindex, eines Bonitätsratings oder einer ähnlichen Variablen schwankt, es — verglichen mit anderen Verträgen, die in ähnlicher Weise auf Änderungen der Marktbedingungen reagieren — keine oder nur eine geringe Anfangsinvestition erfordert und es zu einem späteren Zeitpunkt beglichen wird. Bei der erstmaligen Erfassung sind die Instrumente mit den Anschaffungskosten zu erfassen. In den Folgeperioden sind Derivate, die finanzielle Vermögenswerte darstellen zum Fair Value anzusetzen.

s. Derivative Finanzinstrumente

(engl. derivatives) Als Derivate werden Finanzprodukte (Finanzinnovationen) bezeichnet, die von anderen, elementaren Finanzprodukten abgeleitet sind. Im Rahmen des Financial Engineering ist die Konstruktion von Derivaten gang und gäbe. Die heute fast schon ldassischen Derivate sind Optionen, Futures (Termingeschäft) und Swaps. Sie bilden die Grundlage für noch «höherrangige» Derivate, sozusagen für Derivate höherer Ordnung oder für Derivate aus Derivaten. Beispiele: Die Swaption als eine Option auf einen Swap sowie die Option auf den DAX Future (p Aktienindex).

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Geldanlageformen, die auf festverzinslichen Papieren, Renten oder Devisen aufbauen.

Es können drei große Gruppen unterschieden werden:

1. Swaps, bei denen die Handelspartner Schuldpapiere mit unterschiedlichen Zinsen, Währungen, Laufzeiten und Fälligkeiten tauschen.

2. Futures als Finanztermingeschäfte, bei denen ein Handel zu einem festgelegten Zeitpunkt mit einem bereits jetzt festgelegten Preis stattfinden muß.

3. Optionen, bei denen der zukünftige Handel stattfinden kann, aber nicht muß. Aus den sehr großen Zahlungsverpflichtungen, die diese Geschäfte/Spekulationen nach sich ziehen können, kann eine Gefährdung von ganzen Finanzsystemen entstehen.

In der Wirtschaftssoziologie: Residuen

sind höherrangige Finanzprodukte, die von grundlegenden (originären) Finanzprodukten abgeleitet worden sind. So kann z.B. aus dem originären Produkt (Instrument) “Aktie” die Aktien-Option (Op­tionen) als Derivat gewonnen werden. Weitere Beispiele sind: Devisen-Forwards (Forwards), das sind Terminkontrakte auf der Basis von Devisen; Zins-Futures (Futures), das sind (börsengehandel­te) Terminkontrakte auf der Basis von Anleihen (sog. “Zinsinstrumenten”); Index-Futures, das sind (börsengehandelte) Terminkontrakte auf der abstrakten Basis eines Aktienindexes; Zins-Swaps (Swaps), das sind Kombinationen von Zinsterminkontrakten auf der Basis von (z.B.) variabel bzw. fest verzinslichen Verbindlichkeiten (Liability Swaps) oder Forderungen (Asset Swaps);   Forward­Rate Agreements (FRA), das sind   Zinsausgleichsvereinbarungen auf der Basis eines fiktiven Ka­pitalbetrages (notional nominal). Siehe auch   Optionen (mit Literaturangaben)

Finanzinnovationen, die aus den an den Kassamärkten gehandelten effektiven Wertpapieren abgeleitet werden. Zu den Derivaten zählen u. a. Swaps, Optionen und Futures. Dieser Markt ist zwischenzeitlich unübersichtlich geworden und wird fast börsentäglich um neue Innovationen erweitert. Diese Produkte haben sich zwischenzeitlich weitgehend von ihren Basisinstrumenten gelöst und sind als rein synthetische Produkte anzusehen.
Siehe: Finanzinnovationen

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