Geschwindigkeit der Preissteigerung bei Inflation, gemessen an der jeweiligen Höhe der Inflationsrate. Üblicherweise spricht man bis zu einer jährlichen Rate von 3% von schleichender, bis zu 10% von trabender und darüber hinaus von galoppierender Inflation. Diese Einteilung ist willkürlich, hat fliessende Grenzen und ist zudem aus der Sicht der Inflationstheorie weitgehend irrelevant. Sie wird deshalb zunehmend von der im Zusammenhang mit dem Inflationszyklus getroffenen Phaseneinteilung in dezelerierte, stabilisierte und akzelerierte Inflation verdrängt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Inflationstempo weltweit, insb. aber in den westlichen Industrieländern, relativ gering ( Weltinflation). Erst seit Anfang der 60er Jahre, in der Bundesrepublik Deutschland sogar eine Dekade später, ging die schleichende Inflation in eine trabende - in manchen Ländern sogar in eine galoppierende - Inflation über. Unter den westlichen Industrieländern erreichten Japan mit 24,5% (1974), England mit 24,2% (1975) und Italien mit 21,2% (1980) die bisher höchsten Inflationsraten der Nachkriegszeit. Allerdings galoppierte die Inflation in einigen südamerikanischen Ländern mit Jahresraten um 500% (Chile, Argentinien) noch weitaus stärker. Als historisch bemerkenswerter Sonderfall gilt die Hyperinflation mit monatlichen Inflationsraten von über 50% (entsprechend 12975% pro Jahr). Sie trat z.B. in Deutschland im Oktober 1923 mit 32,4 • 103 % pro Monat und in Ungarn im Juli 1946 mit 41,9 • 1015 % pro Monat auf. Literatur: Cagan, P., The Monetary Dynamics of Hyperinflation, in: Friedman, M. (Hrsg.), Studies in the Quantity Theory of Money, Chicago 1956, S. 25 ff.
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