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Euro-Kapitalmarkt

nternationaler Markt für mittel- bis langfristige Kapitalanlagen bzw. Finanzierungsquelle bei entsprechendem Kapitalbedarf. Kapitalnachfrager sind Länder (Staatsadressen), Industrieunternehmen, Banken oder andere Finanzintermediäre. Finanzierungsinstrumente sind Euro-Anleihen in allen Varianten, Anleihen mit Festzinssatz ( straight bonds) und Floating Rate Notes in allen Formen. Auch in den übrigen Komponenten der Anleihebedingungen ( Anleihe-Ausstattung) finden sich im Vergleich zur klassischen Festzinsanleihe starke Variationen, was zu entsprechender Typenvielfalt geführt hat.


1993 1994 1995
Aktien 40,7 45,0 41,0
Anleihen 818,6 967,6 1284,3
Insgesamt 859,3 1012,6 1325,3


Quelle: Financial Market Trends, Heft 64, June 1996
Euro ? Kapitalmarkt 1993 ? 1995 Emissionsvolumen in Mrd. US-$

Die Anleihen sind vornehmlich in US-$ denominiert. Daneben finden sich Anleihen hauptsächlich in -Sterling, Yen, SFR, DM sowie indexiert in ECU oder SDR.
In wachsendem Umfang werden auch Euro-Equities über diesen Markt finanziert. Seit 1983 hat dieser Markt im Verhältnis zum Euro-Kreditmarkt weiter an Bedeutung zugenommen.
Der Euro-Kapitalmarkt ist ein Teilmarkt der Euromärkte. Es ist ein internationaler Markt für mittel- bis langfristige Kapitalanlagen in Euro-Anleihen und Euro-Aktien in Euro-Währungen.


Markt für Euro-Anleihen in Dollar, € und anderen konvertiblen Währungen (Konvertibilität), die in der Regel von internationalen Bankenkonsortien (Kon-sortium) begeben und zur Zeichnung in einem oder mehreren Ländern angeboten werden. Wird auch als Euro-Bondmarkt bezeichnet.

Im Gegensatz zum Euro-Geldmarkt (Eu­ro-Kredit) ist der Euro-Kapitalmarkt für den internationalen Handel weniger interessant, es sei denn Direktinvestitionen im Aus­land sollen dort langfristigfinanziert werden. Es handelt sich um einen internationalen Ka­pitalmarkt, auf dem mittel- und langfristige Kredite (begrenzt auch Beteiligungen natio­naler und internationaler Unternehmen und Institutionen) durch internationale Emis­sionkonsortien in einer oder mehreren Wäh­rungen auf Finanzplätzen außerhalb des Währungsursprungslandes eingeräumt wer­den. Es werden überwiegend Euro-Bonds gehandelt. Der Euro-Kapitalmarkt wird auch zur Ex­port- und Importfinanzierung herangezo­gen. Der Markt ist einem eigenen Zinsgefüge unterworfen, unabhängig von der Politik der jeweiligen nationalen Notenbank. Der Euro- Geldmarkt dient v. a.: - zur Refinanzierung von Außenhan­delsgeschäften - dem kurzfristigen Geldmarktgeschäft der Banken - dem internationalen Liquiditätsausgleich. Euro-Geldmarktgeschäfte werden grund­sätzlich ohne Sicherheiten und ggf. formlos abgewickelt. Reichen Bonität und das Stan­ding eines Kreditnehmers nicht aus, über­nehmen Banken eine Garantie. Bei interna­tionalen Unternehmen (Außenhandel, institutioneller) sind aber auch Negativerklä- rungen bzw. bei Töchtern multinationaler Konzerne Patronatserklärungen anzutref­fen. Kurzfristige Euro-Kreditmöglichkeiten sind: - Tagesgeld, ohne Sicherheiten und formlos, i. d. R. max. 1 Monat (v. a. unter Banken); - Festgeld, 1 Monat bis 1,5 Jahre; - Kündigungsgeld mit Kündigungsfristen von 1 bis 7 Tagen. Zur Refinanzierung von Außenhandelsge­schäften dient das Festgeld, etwa für die Dau­er des Lieferantenkredits (Anschlußfinan­zierung), verbunden mit einem Devisenge­schäft. Für einen Exporteur ist ein Euro-Kredit vor­teilhaft, wenn ein Lieferantenkredit in Fremdwährung eingeräumt wurde und er mit der Refinanzierung seiner Anschlußfi­nanzierung die Absicherung des Kursrisikos verbinden will. Über die Hausbank wird ein Euro-Kredit aufgenommen, wodurch der gewährte Fremdwährungskredit dann zum Kassadevisenkurs konvertiert und aus dem Termingeschäft ein Bargeschäft wird. Die Rückzahlung des Euro-Kredits erfolgt nach Zahlungseingang in Fremdwährung. Ein Devisentermingeschäft entfällt. Für den Importeur ist der Euro-Kredit bei Fakturierung in weicher Währung vorteil­haft, wenn er das Importgeschäft dadurch in bar abwickelt und den Euro-Kredit aus dem späteren Verkaufserlös in harter Währung (z.B. EUR) eventuell zu einem günstigeren Devisenkurs zurückzahlen kann. Mittelfristige Euro-Kreditmöglichkeiten sind: - Roll-over-Kredite mit fixierter Laufzeit bis zu 4 Jahren, welche aus kurzfristigen Einlagen refinanziert werden. Das Kre­ditrisiko trägt die Bank, das Zinsrisiko der Kreditnehmer. Festzinsverträge sind möglich. - mittelfristige Konsortialkredite von Euro- Banken bei größeren Kreditvolumina. - Certificates of Deposits (CD) zur Kapital­anlage sind in London emittierte mittelfri­stige Wertpapiere von Banken. Mit diesen Euro-Geschäften ist bei Devisen­termingeschäften ein erhöhtes Risiko ver­bunden, v. a. wenn die Banken Fristentrans- formationendurchführen. Die Euro-Kreditkette endet, wenn der letzte Forderungsinhaber das Sichtguthaben bei der Bank zu Zahlungszwecken abruft und somit keiner Eurobank mehr zur Verfügung steht.     

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