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Geldmarkt

Finanzmarkt, auf dem
1. kurzfristige Kredite, z. B. Tages- und Monatsgeld, insbesondere zwischen Banken gehandelt werden,
2. Geldmarktpapiere (kurzfristige Schuldtitel) von der Bundesbank zu festgesetzten Geldmarktsätzen an- und verkauft werden. Offenmarktpolitik

Markt für kurzfristige Kredite; Geldmarkt im engeren Sinne ist der Markt für Notenbankgeld und Geld-marktpapiere (Tagesgeld-, Monatsgeld-, Diskont-, Devisenmarkt).
Die Geldmarktsätze (Zinssätze am Geldmarkt) richten sich in erster Linie nach der Liquiditätssituation der Marktteilnehmer in Abhängigkeit von der Offenmarktpolitik der Zentralnotenbank sowie nach der Fristigkeit (vgl. Tab.).
Geldmarktpapiere (-titel) i. e. S. sind auf dem Geldmarkt gehandelte rediskontfähige Wechsel ( Privatdiskonten), Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen der öffentlichen Hand (hierzu gehören auch die Mobilisierungs- und Liquiditätspapiere, die die Bundesbank im Rahmen ihrer Offenmarktpolitik gem. §§ 42, 42a BbankG einsetzt) und Vorratsstellenwechsel. Zu den Geldmarktpapieren i. w. S., die an internationalen Geldmärkten gehandelt werden, zählen die Certificates of Deposit, Commercial Papers und Euronotes.
Marktteilnehmer sind in Deutschland in erster Linie die Deutsche Bundesbank und Kreditinstitute, weiterhin im begrenzten Maße Kapitalsammelstellen (z. B. Lebensversicherer) und öffentliche Verwaltungen.
Der Geldmarkt erfüllt in erster Linie eine Liquiditätsausgleichsfunktion zwischen den Banken. Damit wird zugleich ermöglicht, fristgerecht notwendige liquide Mittel zinsgünstig zu beschaffen oder überschüssige Liquidität anzulegen. An den internationalen Märkten kommen als Marktteilnehmer Fonds, Versicherungen, Industrie- und Handelsunternehmen hinzu, die die Liquiditätsausgleichsfunktion des Marktes im verstärkten Maße für ihre Belange nutzen.

Geldmarkt ist im Gegensatz zum Kapitalmarkt der Markt für kurzfristige Forderungen (Tagesgeld, Monatsgeld, Drei- und Sechsmonatsgeld, Diskont- und Devisenmarkt).

Der Geldmarkt im weiteren Sinne ist der Markt für kurzfristige Kredite (kurzfristige Kreditfinanzierung). Im engeren Sinne ist er der Markt für Notenbankgeld und Geldmarktpapiere (Tagesgeld, Monatsgeld, Diskontkredite, Devisen).

Gegensatz: Kapitalmarkt

Der Begriff des Geldmarkt wird häufig sehr weit gefaßt und bezeichnet dann den Markt für kurzfristige » Kredite. Das Gegenstück ist der Kapitalmarkt. In der Literatur zur Geld und Kreditpolitik hat sich aber eine engere Definition durchgesetzt. Danach ist der Geldmarkt der Markt, auf dem Zentralbankgeld und Geldmarktpapiere gehandelt werden. Beim Handel mit Zentralbankgeld treten in erster Linie die Kreditinstitute und vereinzelt große Unternehmen als Anbieter bzw. Nachfrager auf. Dieser Bereich des Geldmarkt bietet dem einzelnen Kreditinstitut die Möglichkeit, einen kurzfristigen Bedarf an Zentralbankgeld zu decken bzw. Zentralbanküberschüsse kurzfristig an andere Kreditinstitute ertragbringend auszuleihen.

In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Markt für kurzfristige Kredite im Unterschied zum Kapitalmarkt als Markt für langfristige Kredite. Geldmarkt bezeichnet auch den Markt für den Geldverkehr der Geschäftsbanken untereinander. >Banken. Regulation, staatliche

Wichtiges Segment des Finanzmarkts, auf dem Angebot und Nachfrage nach kurzfristigen Mitteln bzw. Geldmarktinstrumenten zusammentreffen, entscheidend für den Liquiditätsausgleich der Banken und für die geldpolitische Steuerung der Zentralbank. Im Wesentlichen Markt kurzfristiger Gelder, vor allem der Zentralbankguthaben und bestimmter geldnaher Wertpapiere (Geldmarktpapiere). Besondere Bedeutung für liquiditäts-bezogene Dispositionen der Banken, d.h. für die Anlage von Mitteln der Liquiditätsreserve und für die Vermeidung von Liquiditätsengpässen. Obwohl auch Nichtbank-unternehmen auf dem Geldmarkt agieren, spielt er für die Liquiditätsdisposition spez. von Banken eine besondere Rolle. Danach, welche Marktteilnehmer in die Betrachtung einbezogen werden, können für nationale Geldmärkte, an denen In- und Ausländer agieren, und für die internationalen Geldmärkte verschiedene Segmente abgegrenzt werden. Als Kernelement eines Geldmarkts (Geldmarkt im engsten Sinne) kann dabei der geldpolitisch bedeutsame Bereich von Transaktionen zwischen Geschäftsbanken und Zentralbank bez. werden. Auf den einer internationalisierten Bank offen stehenden ausländischen Geldmärkten beziehen sich die Geschäfte vor allem auf kurzfristige Rediskont- und Lombardkredite, An-und Verkäufe von im Rahmen der Offenmarktpolitik der EZB bzw. Geldmarktpapieren sowie Pensionsgeschäften in Wechseln und Schuldverschreibungen bzw. auf die vergleichbaren Fazilitäten der Zentralbankrefinanzierung im betr. Land. Die Zinsbildung in diesem Marktsegment ist mitunter stark durch das geldpolitische Handeln der Zentralbank bestimmt. Umfasst dieses Segment des Geldmarkts nur die Geschäfts- und Zentralbanken, so werden bei einer erweiterten Perspektive in den Geldmarkt (Geldmarkt im engeren Sinne) grosse Finanzinstitutionen, die zwar nicht Banken sind, aber als Finanzintermediäre bzw. Kapitalsammelstellen (Versicherungen, Sozialversicherungsträger, Pensionsfonds usw.) diesen ökonomisch nahe stehen, einbezogen. Gehandelt werden hier Guthaben bei der Zentralbank (Zentralbankgeld) und Geldmarktpapiere, also praktisch jederzeit in Zentralbankgeld umwandelbare Wertpapiere. Dieses - durch Interbanken-geschäfte dominierte - Segment des Geldmarkts zeichnet sich typischerw. durch hohen Grad informeller Organisation aus, der sich in fixierten Geschäftsformen und streng beachteten Usancen äussert. Der Geldmarkt im weiteren Sinne beinhaltet Handel in kurzfristigen Finanzmitteln, an dem neben Banken und sonstigen Finanzintermediären oder Kapitalsammelstellen auch gewerbliche und private Nichtbanken teilnehmen. Ausländischen Einheiten internationaler Grossunternehmen steht somit die Teilnahme an ausländischen Geldmärkten dieser Form offen. Dieses nicht organisierte und kaum festen Usancen unterliegende Marktsegment wird allerdings teilw. auf Grund der Heterogenität der Marktteilnehmer als nicht zum eigentlichen Geldmarkt gehörend angesehen. Es kann aber durchaus - vor allem im Bereich des Cashmanagements -Bedeutung für das internationale Finanzmanagement von Unternehmen haben. Dem Geldmarkt im weiteren Sinne zu subsumieren sind auch kurzfristige Finanztransaktionen, die sich zwischen Nichtbanken ohne Einschaltung von Banken vollziehen: Zum einen rechnet hierzu das Industrieclearing, worunter Krediteinräumungen zwischen Industrieunternehmen verstanden werden; zum anderen das Konzernclearing, das Kompensation und Saldierung von Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen einzelnen Unternehmen eines Konzerns zum Gegenstand hat. Ist die Bedeutung des Industrieclearing auf Grund des Zinswettbewerbs zwischen den Banken rückläufig, so ist für das Konzernclearing, insb. bei internationalen Grosskonzernen, durch die Cashmanagement-Techniken eher das Gegenteil zu konstatieren (Inhousebanking).

(1)  im weitesten Sinne der Markt für Geld. In der Geldtheorie werden u.a. die Bestimmungsgründe der Geldnachfrage des Publikums und des Geldangebotes des Bankensystems untersucht. (2)    Geldmarkt Üblicherweise wird aber nicht dieser Markt, sondern der Handel mit Zentralbankgeld als Geldmarkt bezeichnet, auf dem für Geschäftsbanken eine Refinanzierungsmöglichkeit zur Beschaffung von Zentralbankgeld besteht (vgl. Abb.). Teilnehmer am Geldmarkt in der Bundesrepublik sind die Deutsche Bundesbank und die Geschäftsbanken. Beim Handel von Zentralbankgeld zwischen der Bundesbank und den Geschäftsbanken werden Geldmarktpapiere als Gegenleistung offeriert; diesen Handel betreibt die Bundesbank als Offenmarktpolitik, um die gesamte Geldmenge nach ihren geldpolitischen Zielen zu steuern. Der Handel von Zentralbankgeld zwischen den Geschäftsbanken erfolgt auf dem Kreditwege (Geldmarktkredite); dies ist der traditionelle Geldmarkt. Auf ihm legen einige Geschäftsbanken vorübergehend nicht gebundenes Zentralbankgeld an. Diese Anlage erfolgt für kurze Fristen, um liquide zu bleiben und zugleich Zinserträge zu erwirtschaften (Rentabilitätsaspekt). Ein Bedarf an Geldmarktkrediten entsteht z.B. bei saisonal bedingten oder durch die Bankkundenstruktur verursachten Barabhebungen sowie Überweisungen, die zu einer Anspannung des Liquiditätsbedarfs einer Geschäftsbank führen. Der Markt für Geldmarktkredite sorgt dabei für eine optimale Verteilung der Zentralbankgeldmenge innerhalb des Geschäftsbankensystems. Geldmarktkredite werden als Festgelder mit bei Vertragsabschluss vereinbarter, fester Laufzeit oder als Kündigungsgelder mit unbestimmter Laufzeit, jedoch vereinbarter Kündigungsfrist vergeben (Termineinlage), Laufzeiten für Festgelder und Kündigungsgelder sind 1 Tag, 7 Tage, 1 Monat, 2 Monate, 1 Quartal, 2 Quartale und 1 Jahr. Der Handel mit Geldmarktkrediten wird direkt (telephonisch oder fernschriftlich) zwischen den Geschäftsbanken abgewickelt. Ein Geldmarktkredit als Festgeld mit vereinbarter Laufzeit von einem Tag bezeichnet man als Tagesgeld (day-to-day-money, overnight-money). Es hat sich allerdings eingebürgert, Tagesgeldkredite bei beiderseitigem Einverständnis der Marktpartner auch täglich wieder zu verlängern ("tägliches Geld auf Abruf"). Dies kommt den Bedingungen für einen Geldmarktkredit als Kündigungsgeld, also tägliches Geld (call money) sehr nahe, bei dem der Kredit frühestens einen Tag nach Vertragsabschluss gekündigt werden darf. Tägliches Geld hat also eine Laufzeit von mindestens zwei Tagen. Ein Geldmarktkredit für eine Laufzeit über ein Monatsende (Liquiditätsanspannung auf Grund von Gehalts- und Steuerzahlungen) und über ein Jahresende (Liquiditätsanspannung auf Grund saisonal bedingter Barzahlungen und Überweisungen) hinweg wird auch als Ultimogeld bezeichnet. Obgleich die Zinssätze für Geldmarktkredite mit längerer Laufzeit i.d.R. höher liegen als jene mit kürzerer, werden in Zeiten mit angespannter Liquidität oft Tagesgeldsätze ausgehandelt, die um ein Mehrfaches höher sind als die langfristigen Kreditzinssätze. Normalerweise liegt der Zinsatz für Geldmarktkredite zwischen dem Satz, den eine kreditgebende Bank sonst durch den Kauf von Geldmarktpapieren (Offenmarktpolitik) erzielen würde, und dem Zinssatz, den eine kreditnehmende Bank durch einen Zentralbankkredit (z.B. Diskontpolitik) bezahlen müsste.                  Literatur: Büschgen, H. E., Der deutsche Geldmarkt, Wien 1969. Herrmann, A., Die Geldmarktgeschäfte, 2. Aufl., Frankfurt a.M. 1980

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