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Kreditmarkt

umfaßt den Kapitalmarkt (langfristig) und den Geldmarkt (kurzfristig).

(engl. credit market) Der Kreditmarkt bezeichnet denjenigen monetären Teilmarkt des Finanzmarktes, auf dem Kreditverträge (Vertrag) angeboten und nachgefragt werden. Kennzeichnendes Merkmal des Kreditmarktes sind individuelle bilaterale Kreditverträge. Häufig trifft auf dem Kreditmarkt ein Kreditnehmer (§ 19 KWG) mit einem Kreditinstitut (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 KWG) zusammen und schließt mit diesem einen Darlehensvertrag (Darlehen) ab. Im Gegensatz dazu findet auf dem Kapitalmarkt und auf dem Geldmarkt der weitgehend standardisierte Handel mit Finanztiteln statt.

Finanzmarktteilmarkt. Räumlich, zeitlich und objektmässig nicht fest umreissbarer Markt, an dem Kredite nachgefragt und angeboten werden. Überwiegend nicht als solcher institutionalisiert.

(Finanzmarkt) gedankliche Zusammenfassung aller Teilmärkte des Angebotes und der Nachfrage von Krediten. Ein Kredit wird immer dann nachgefragt bzw. aufgenommen (genauer: eine Verbindlichkeit in Form eines Kredites eingegangen), wenn Geld benötigt wird. Ganz allgemein wird durch einen Kredit die zeitliche Vorwegnahme von Zahlungen in Geld bzw. Verwendung von Leistungen ermöglicht, die ohne ihn erst durch Sparen in der Zukunft abgewickelt werden könnten. Ein Kredit wird immer dann angeboten bzw. gewährt (genauer: eine Forderung in Form eines Kredites erworben), wenn man vorhandenes Geld nicht selbst verwenden möchte. Der Kredit (als Aktivum) stellt somit das Pendant zum Geld (als Passivum des Emittenten) dar, enthält jedoch ausserdem naturale Kreditbeziehungen wie etwa den Lieferantenkredit. Diese Beschreibung für Kredite gilt allgemein, also für verschiedene Wirtschaftssubjekte, für verschiedene Kredittypen (Fristigkeit, Art der Sicherung) und für unterschiedliche Marktorganisationen. Kreditmarkt (national und international): •     Geldmarkt für kurzfristige Kredite: Marktpartner sind Zentralbank und Geschäftsbanken. •     Kapitalmarkt für langfristige Kredite: Marktpartner sind alle Banken und Nichtbanken. •   Markt für Bankkredite (kurz- und langfristig): Marktpartner sind Banken als Kreditanbieter und Nichtbanken als Kreditnachfrager. •   Markt der Kreditvermittler (finanzielle Intermediäre, sekundäre Finanzierungsinstitute, financial intermediaries): Marktpartner sind Versicherungsgesellschaften, Hypothekenbanken, Kapitalanlagegesellschaften (Investmentfonds) etc. als Kreditanbieter und Banken sowie Nichtbanken als Kreditnachfragen Alle Kreditmärkte sind über die auf ihnen ausgehandelten Zinsen miteinander verbunden. Sollte der Zinssatz auf einem der Kreditmärkte steigen, werden Kreditnachfrager versuchen, sich auf einem anderen Markt Kredite zu besorgen. Gleichzeitig werden Kreditanbieter verstärkt auf den Märkten mit höherem Zinsniveau Kredite anbieten. Sinkende Nachfrage und steigendes Angebot bedingen nun wieder eine Annäherung des Zinsniveaus auf allen Märkten, das sich dann nur noch wegen verschiedener Fristigkeit und unterschiedlichem Risiko von dem anderer Kreditmärkte unterscheidet. Die sich ergebende Zinsstruktur (Zinsstrukturtheorie) wird damit durch Überlegungen der Portfolio- theorie erklärt. Neben der Zinsstruktur spielt aber auch das Zinsniveau (Zinstheorie) sowohl für die Kreditnachfrage von Investoren als auch für das Kreditangebot der Banken (und Kreditvermittler) eine Rolle. Das Zinsniveau wird durch die Kreditmarkttheorie des Geldangebotes von Karl Brunner und Allan H. Meitzer erläutert. Danach wird das Kreditangebot durch die bereinigte Geldbasis (Zentralbankgeld) beeinflusst, das zugleich Geldangebot darstellt. Die Kreditangebotsfunktion wird durch Liquiditätsanlagen der Kreditanbieter und damit durch alternative Anlagemöglichkeiten (Opportunitätskosten) erklärt; mit steigendem Kreditzins steigt damit das Kreditangebot. Auf dem Kreditmarkt wird durch Kreditangebot und Kreditnachfrage der Investoren der Marktzinssatz bestimmt. Steigt nun auf Grund besserer Erwartungen über die künftige Ertragsentwicklung die Kreditnachfrage, kommt es bei gegebener Kreditangebotsfunktion zu einem steigenden Zinssatz; gleichzeitig folgt daraus ein steigendes Geldangebot bei steigendem Zinsniveau. Kann das Kreditangebot ohne Erhöhung der Refinanzierungskosten der Kreditgeber gesteigert werden, so können das Kredit- und Geldangebot ohne Zinssatzänderung vermehrt werden; Kredit- und Geldangebot sind dann vollkommen zinselastisch. Bei völlig zinsunelastischem Kredit- und Geldangebot dagegen führt eine gesteigerte Kreditnachfrage ausschliesslich zu Zinssatzsteigerungen. Literatur: Duwendag, D./Ketterer, K.-H. u.a., Geldtheorie und Geldpolitik, 3. Aufl., Köln 1984. Issing, O., Einführung in die Geldtheorie, 9. Aufl., München 1993.

Finanzmarktsegment mit mittleren Laufzeiten von einem Jahr bis maximal vier Jahren.  

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