Gesamtzahl der Erwerbspersonen; oft wird der Potentialbegriff auch auf die erwerbsfähige Bevölkerung bezogen. Diese ist definiert in bezug auf bestimmte Altersklassen, je nach statistischer Konvention z.B. als Gesamtzahl aller Personen im Alter von 18 bis 62 Jahren (Arbeitsmarktreserve). Die Grösse der erwerbsfähigen Bevölkerung richtet sich nach Umfang und Altersaufbau der Gesamtbevölkerung. Grösse und Altersaufbau der Gesamtbevölkerung wiederum werden beeinflusst durch die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Geburten und Sterbefälle) und durch die grenzüberschreitenden Wanderungen. Da nicht jede Person im erwerbsfähigen Alter bereit oder in der Lage ist, Arbeit auch erwerbswirtschaftlich anzubieten, entspricht die Zahl der Erwerbspersonen dem Produkt aus erwerbsfähiger Bevölkerung und (angebotener) Erwerbsquote. Die Erwerbsquote misst hierbei den prozentualen Anteil derjenigen Personen an der erwerbsfähigen Bevölkerung, die eine erwerbswirtschaftliche Tätigkeit ausüben oder anstreben. Die Erwerbsquote wird aber z.T. auch unter Umgehung des Konzeptes der erwerbsfähigen Bevölkerung direkt auf die gesamte Wohnbevölkerung bezogen. Die schematische Zusammenstellung verschiedener Komponenten des Erwerbspersonenpotentials und des Arbeitsangebotes anhand des Schaubilds informiert zugleich über die verschiedenen Wege, auf denen demographische Prozesse die Erwerbspersonenent- wicklung beeinflussen können. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit hat die Entwicklung des Erwerbsperso- nenpotentials und des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsangebotes für die Bundesrepublik Deutschland längerfristig vorausgeschätzt. Die Abbildung macht deutlich, dass sehr verschiedene Annahmen getroffen werden müssen, um die entsprechenden Berechnungen vornehmen zu können. Nach Auffassung des IAB wird das deutsche Erwerbspersonenpotential bis Ende der 80er Jahre stark anwachsen (1980/90: + 0,77 Mio.), vor allem als Folge der geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre. Danach wird es aufgrund der seitdem geburtenschwachen Jahrgänge ebenso rasch und kontinuierlich abnehmen. Für die 90er Jahre erwartet man einen Rückgang des deutschen Erwerbspersonenpotentials um 1,7 Mio. Personen. Mitte der 90er Jahre würde das Niveau des deutschen Erwerbspersonenpotentials von 1980 (mit knapp 25 Mio.) wieder erreicht werden; im Jahr 2000 würden es rd. 24 Mio. sein. Ferner hat das IAB die künftige Entwicklung des Potentials ausländischer Erwerbspersonen zu erfassen versucht. Hierzu sind drei Alternativrechnungen dargestellt, die sich im Hinblick auf die angenommenen Wanderungsbewegungen unterscheiden. Selbst ohne weitere Netto-Zu wanderung in den 8 0er/90er Jahren (Bevölke- rungswanderungssaldo A 0 pro Jahr) würde das ausländische Erwerbspersonenpotential deutlich ansteigen, aufgrund des Hineinwach- sens der Kinder ausländischer Arbeitnehmer in das Erwerbspersonenalter. Literatur: Klauder, W, Demographische Entwicklung, Erwerbsbeteiligung und Arbeitsmarkt - Tendenzen und Methoden, in: Birg, H. (Hrsg.), Demographische Entwicklung und gesellschaftliche Planung, Frankfurt a.M., New York 1983, S. 80 ff. Buttler, G./Hof, B., Bevölkerung und Arbeitsmarkt bis zum Jahr 2000, Köln 1977.
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